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Filmandacht

The Testament of Ann Lee

Film: The Testament of Ann Lee
Thema: Berufung, Heiliger Geist, Vielfalt
Datum: 18. Juni 2026
Vorschau: Ann Lee gründete die ekstatische Shaker-Bewegung und zog viele Menschen in ihren Bann – auch im Film brennt dieses Feuer des Glaubens. Doch was macht eine Gemeinschaft mit Menschen, die nicht mithalten können?

Lauter Gesang, pure Extase. Nein, ich rede nicht über die Fußballfans bei der aktuellen WM, sondern über die Bewegung der Shaker, die durch Ann Lee im 18 jahrhundert gegründet wurde. Ann war eine charismatische Frau, die viele Menschen in Ihren Bann zog. Ihre Gottesdienste zeichneten sich durch extatische Tänze aus, aber Ann predigte auch ein striktes Zölibat. Dennoch folgten ihr viele Menschen, wie es auch der Film The Testament of Ann Lee darstellt, der im März in den Kinos lief und mittlerweile bei Disney+ zu sehen ist.

Als ich den Film gesehen habe, musste ich an einen Satz aus der Bibel denken, der auch mein Taufspruch ist: „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“ Diesen Satz sprechen sich im 24. Kapitel des Lukasevangeliums zwei Jünger zu, denen der auferstandene Jesus begegnet ist, den sie aber erst sehr spät erkannt haben. Bei Ann Lee, gespielt durch Amanda Seyfried, habe ich dieses Feuer gesehen, dieses brennen für Gott. Man merkt ihr an, welche Kraft sie aus ihrem Glauben zieht, auch dann, wenn es schwer wird und wie sie damit auch andere inspiriert, die ihr folgen und auf ihre Worte hören.

Was der Film aber auch zeigt - nicht alle denken wie Ann. Immer wieder verlassen Menschen die Gemeinschaft der Shaker, manchmal freiwillig, manchmal notgedrungen. Ann gibt ihrer Gemeinschaft klare Regeln - wer denen nicht folgt, der muss gehen. Und so erleben die Zuschauenden im Kino die guten und die schlechten Seiten dieser Gemeinschaft.

Wenn ich ehrlich bin, dann geht es mir mit meinem Glauben und der Kirche ähnlich. Ich habe immer wieder Momente, die mich mit Freude erfüllen, die mir Lust machen am Reich Gottes in dieser Welt zu bauen und mich einzubringen in die Gemeinschaft der Christen. Und es gibt auch die Momente, in denen ich hadere, vor allem damit, wie Christen mit dem Wort Gottes manchmal umgehen. Wie viele schlimme Taten der Weltgeschichte sind “im Namen Gottes” geschehen, wie oft wurde und wird die Diskriminierung von Menschen auch mit der Bibel begründet. Hinter Gottes Wille kann man die eigenen Befindlichkeiten ganz gut verstecken. Auch das kann man in diesem Film sehen.

“Brannte nicht unser Herz” - ja, das wünsche ich mir. Aber ich wünsche mir auch, dass wir mit diesem Feuer gut umzugehen lernen.