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Veröffentlicht am 2. Juni 2026

Sommer auf Asphalt

Ein Prosit auf die Doppel Zwo
RegieSimon Ostermann
Jahr2026
Länge92 Minuten
FSK12
Schauspieler*innenMala Emde, Christoph Maria Herbst, Gina Haller, Aaron Hilmer u.a.
Kinostart / Streaming04.06.2026

Und plötzlich sitzt Papa vor der Tür

Valeska “Les” (Mala Emde) lebt in Hamburg, ist kurz vor 30 - und ungewollt schwanger. Für die Fahrradkurierin ein Problem, das am Abend dann noch einmal größer wird. Denn da sitzt plötzlich Vater Norbert (Christoph Maria Herbst) vor der Tür. Er will in Hamburg “Urlaub machen”. Als Valeska dem ganzen auf dem Fahrrad zu entfliehen versucht, kommt es zu einem Unfall mit Schlüsselbeinbruch. Also springt nun Vater Norbert als Kurier ein, als Fahrer Doppel Zwo (22). Bis auch sein Geheimnis ans Licht kommt, nämlich sein Tumor.

Ein typisch deutscher Film

Vieles, was man in diesem Film sieht, wirkt irgendwie typisch für einen deutschen Film, vor allem wenn Christoph Maria Herbst mitspielt. Eine Komödie geht kaum, ohne das den Protagonisten tragische Dinge geschehen (man denke z.B. an Ein Fest fürs Leben, Es ist nur eine Phase, Hase oder Contra). Der auf dem Roman Pedalpilot Doppe-Zwo” von Wolf Schmid basierende Film, geht über weite Strecken diesen Weg. Er kann immer wieder mit Situationskomik und One-Linern punkten und sich auf seinen guten Cast verlassen. Hier sticht neben Mala Emde vor allem Aaron Hilmer (u.a. Das schönste Mädchen der Welt) heraus, der mit seiner nordischen Schnauze nicht nur Norbert um den Finger wickelt.

Doch zugleich hat der Film eben auch alles das., was vielen dieser Filme auf die Füße fällt. Konflikte und Probleme werden weggelächelt oder bleiben oberflächlich. Wirklich nachdenkliche Szenen erlaubt sich der Film nur wenige. Das ist schade, weil der Film immer wieder andeutet, dass er eigentlich auch ein Auge für die größeren Fragestellungen hat, wie z.B. was sagt man zu jemandem, von dem man weiss, dass er unheilbar krank ist?

Hier hätte der Film auch religiös anschlussfähig sein können. Denn auch wenn der Film gänzlich ohne Religion auskommt, so können existenzielle Fragen natürlich auch aus einer religiösen Perspektive gelesen werden. Weil aber der Film zu schnell wieder in die Komödie rutscht, gibt es dazu kaum eine Chance.

Fazit

Sommer auf Asphalt ist eine kurzweilige Komödie, die zwar schwere Themen hat, sie aber versucht immer wieder durch Humor aufzulockern. Das gelingt über weite Phasen auch, ob man damit aber am Ende dem Thema wirklich gerecht wird, kann zumindest angezweifelt werden.

Film
3
von 5
Geist
2
von 5